Portfolio – Wer steckt hinter der Stimme

Sie brummt, piepst, dröhnt, säuselt, flüstert oder schmettert. Sie verschafft uns Gehör, transportiert Gefühle, verführt und verleiht uns Macht. Unsere Stimme ist Ausdruck unserer Persönlichkeit.

Die menschliche Stimme spielt eine viel grössere Rolle in unserem Leben, als wir denken. So “verschlägt es uns die Stimme”, wenn “etwas nicht stimmt” oder wir mit uns “nicht im Einklang sind”. Hören wir eine Stimme am Telefon, entsteht bereits das Bild einer Person in unserem Kopf. Eine tiefe, ruhige Männerstimme vermittelt uns Sicherheit und Vertrauen. Bei einer schrillen Damenstimme, stellen wir uns hingegen eine nervige Zicke vor, die nicht viel Intelligenz besitzt.

Wir haben in einem Experiment getestet, wie realitätsnah wir uns einen Menschen vorstellen, wenn wir nur seine Stimme hören.

Prozess

Idee/Vorbereitung
Die Idee für dieses Digezz-Projekt entstand, als wir vom Aussehen eines McDonalds Mitarbeiters enttäuscht wurden. Nachdem wir seine Stimme beim ersten Halt im McDrive hörten, stellten wir uns einen jungen, attraktiven Mann mit einem Lächeln auf dem Gesicht vor. Als wir aber beim zweiten Halt (beim Bezahlen) sein Gesicht sahen, mussten wir feststellen, wie sehr wir uns getäuscht hatten. So diskutierten wir darüber, wie sich die Stimme eines Menschen auf unsere Vorstellung seines Aussehens auswirkt.

Wir fanden dieses Thema sehr interessant und beschlossen, dass wir einander Stimmen vorspielen sowie die Gesichter zeichnen würden. Jede sollte also drei Menschen einen Text vorlesen lassen und dabei deren Stimme aufnehmen. Danach sollte sich die andere Person die Stimmen anhören und die Personen dazu zeichnen, die sie sich vorstellte.

Als Vorbereitung mussten wir geeignete Personen finden, die unterschiedlich aussehen, unterschiedlich alt sind und die die andere Person von uns nicht kannte.

Zeichnen
Während wir jeweils eine Tondatei abspielten und so einer Stimme zuhörten, zeichneten wir im Adobe Photoshop das Gesicht, das wir uns vorstellten. Wir begannen mit den Konturen des Kopf, änderten ständig einzelne Details, die aber viel ausmachten und versuchten zum Schluss, mit Farbe das ganze besser zu betonen. Der ganze Zeichnungsprozess haben wir mithilfe des VLC-Screenrecorders aufgenommen, sodass man jeder unserer Schritte mitverfolgen kann.

Webseite
Wir dachten uns, dass die Ergebnisse am Besten auf einer Webseite zur Geltung kommen. Von daher programmierten wir eine. Die Webseite ist bewusst schlicht gehalten, so das unsere Arbeiten besser zur Geltung kommen.

Schwierigkeiten
Die erste Schwierigkeit war, einzuschätzen wie alt die Person jeweils ist. Wir stellten fest, dass wir nach den ersten paar Sekunden  ein Bild in Kopf hatten. Als wir aber anfingen uns Gedanken zu machen, wie der Mensch aussehen könnte, änderte sich dieses Bild ständig. Wir mussten uns aber dazu zwingen, die erste Person zu visualisieren, welche uns eingefallen war. Denn das war ja unser Ziel. Wenn wir mit jemandem telefonieren, studieren wir auch nicht allzu lange darüber nach, wie der Mensch aussehen würde, sondern bleiben bei unserem ersten Eindruck.

Die wohl grösste Schwierigkeit war, dass was wir uns vorstellten aufs Blatt zu bringen. Andere genau das Bild sehen zu lassen, das wir sehen. Das war nicht komplett möglich. Doch das war uns von Anfang an bewusst, denn wir wussten, dass aus uns keine Phantombildzeichnerinnen werden würde.

Fazit
Nach dem Experiment sind wir beide überrascht, wie unzutreffend unsere Zeichnungen wurden. Es war faszinierend, was für Menschen sich die andere Person jeweils vorgestellt hatte. Das Projekt hat uns Spass gemacht und werden dies vielleicht mit mehreren Personen wiederholen, um ein repräsentativeres Ergebnis zu erhalten.

PROJEKTWer steckt hinter der Stimme
KATEGORIEZeichnen, Web
JAHR2017
WEBSEITE

https://stimmen-geheimnisse.aquilinostefania.ch/index.php

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